Praxis / 3 Min. Lesezeit

Brauchst du Krafttraining, wenn du jeden Tag gehst?

Gehen kann einen Teil deiner Ausdaueraktivität abdecken. Was Krafttraining ergänzt und wie du erkennst, was in deiner Woche fehlt.

Geh weiter. Schau, was du damit abdeckst.

Du gehst zu Fuß zur Arbeit, nimmst auf dem Heimweg einen Umweg oder gehst nach dem Abendessen noch raus. Diese Bewegung lohnt sich. Wenn Gehen deine wichtigste körperliche Aktivität ist, darfst du dich trotzdem fragen, ob damit alles abgedeckt ist.

Die Bewegungsempfehlungen für die allgemeine Gesundheit Erwachsener umfassen sowohl Ausdaueraktivität als auch Muskelkräftigung. Zügiges Gehen ist ein Beispiel für Ausdaueraktivität mit mittlerer Intensität. Die Empfehlung zur Kräftigung kommt hinzu. Ein täglicher Spaziergang erfüllt nicht automatisch beides. [1]

Mehr Schritte erzählen nicht alles

Beim Gehen arbeiten Muskeln. Entscheidend ist, ob deine Woche auch Kräftigung für alle großen Muskelgruppen enthält, darunter Rücken, Brust, Schultern und Arme. Dass du beim Gehen die Beine nutzt, zeigt noch nicht, dass du auch diese anderen Bereiche trainiert hast. [1, 2]

Eine Schrittzahl beantwortet diese Frage nicht. Sie zeigt weder, welche Kraftübungen du gemacht hast, noch wie anstrengend sie waren. Deshalb empfehlen wir, erst auf die Aktivitäten hinter der Zahl zu schauen, bevor du dir ein weiteres Schrittziel setzt.

Zähle auch nicht automatisch jede Minute auf den Beinen als Ausdaueraktivität mit mittlerer Intensität. Laut CDC hängt die Intensität unter anderem von deiner Fitness ab; derselbe Spaziergang kann sich für verschiedene Menschen unterschiedlich anfühlen. Gemütliches Spazieren bleibt Bewegung. Es muss nicht zügig werden, um in deinem Alltag Platz zu haben. [2]

Krafttraining braucht keine Mitgliedschaft im Fitnessstudio

Die CDC empfehlen Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Ausdaueraktivität pro Woche, oder eine entsprechende Kombination. Hinzu kommt die Kräftigung aller großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen. Das sind allgemeine Gesundheitsempfehlungen, kein individueller Einstiegsplan. [1]

Die ACSM-Empfehlungen von 2026 nennen Bänder und Übungen mit dem eigenen Körpergewicht als sinnvolle Möglichkeiten für Krafttraining. [3] Praktisch zählt, welche Übungen und welcher Schwierigkeitsgrad zu dir passen, weniger der Trainingsort.

Ein paar Liegestütze können zum Krafttraining gehören. Sie ergeben keinen vollständigen Plan für alle Muskelgruppen. Wenn du bisher nur gehst, suche dir einen Kraftplan für Anfänger, der Übungsauswahl und Steigerung erklärt. Oder lass dir helfen, ihn an deine Fähigkeiten anzupassen. Behalte die Spaziergänge bei, die dir gefallen.

Eine Wochenübersicht statt eines Wettbewerbs

Ein Vorschlag zur Planung: Schau auf eine gewöhnliche Woche zurück und schreibe zwei kurze Listen. Notiere auf der ersten deine Ausdaueraktivitäten, ihre Dauer und die empfundene Anstrengung. Auf die zweite kommen Kraftübungen und die trainierten Bereiche. Rechne die Listen nicht ineinander um.

Ist die zweite Liste leer, hast du etwas gefunden, das du einplanen kannst. Die erste verliert dadurch nicht ihren Wert. Sind beide gefüllt, frage dich, ob die Mischung im Alltag machbar ist. Das ist eine redaktionelle Beobachtungshilfe, kein Fitnesstest. Beginne mit einer Lücke, die du angehen kannst, statt jeden Tag alles unterbringen zu wollen.

QUELLEN UND WEITERFÜHRENDES

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